Wo die Rolle endet, beginnt der Mensch: Dr. Peter Kaup bei 20ProzentMehr!

Was passiert, wenn von einer Sekunde auf die andere die gewohnte Welt in Trümmern liegt? Wie bewahrt man die absolute Ruhe, wenn man unter Beton nach Lebenszeichen horcht? Und wie verändert der Blick in den Abgrund den Umgang mit dem alltäglichen Überfluss?

In dieser Folge von 20ProzentMehr sprechen wir mit dem Arzt Dr. Peter Kaup, Gründungsmitglied und ärztlicher Direktor des internationalen Such- und Rettungsteams ISAR Germany. Er war weltweit nach Erdbeben, Hungersnöten und Katastrophen im Einsatz – von Haiti über die Philippinen bis zum schweren Erdbeben in der Türkei 2023. Peter kennt extreme Krisen aus nächster Nähe und weiß, was es bedeutet, unter hohem Risiko Menschenleben aus Trümmern zu retten.

Im Gespräch gibt er einen unaufgeregten Einblick in die logistische Meisterleistung hinter weltweiten Rettungseinsätzen und teilt seine Erfahrungen aus der Palliativmedizin. Er spricht offen über das sensible Thema „Second Victim“ – wie medizinisches Personal unter Fehlern oder Beinahe-Fehlern leidet – und warum eine ehrliche Fehlerkultur überlebenswichtig ist. Abseits der Medizin erleben wir einen Mann mit tausend Leidenschaften: Er engagiert sich ehrenamtlich für die „Zebras“ vom MSV Duisburg , schraubt an alten Autos , züchtet seltene „Baby Doll“-Schafe und testet die eigene Schlagfertigkeit auf der Stand-up-Comedy-Bühne.

  • Die Logik im Trümmerfeld: Wie weltweite Rettungseinsätze unter extremen Bedingungen koordiniert werden.
  • Das Ende im Fokus: Warum die Begleitung beim Sterben genauso viel Fürsorge braucht wie die Geburt.
  • Das verschwiegene Leiden: Warum das „Second Victim“-Phänomen in der Medizin kein Tabu sein darf.
  • Zebra aus Überzeugung: Warum echtes Ehrenamt beim MSV Duisburg auch durch schmerzhafte Niederlagen trägt.
  • Lösung statt Problem: Wie uns Grenzerfahrungen Demut lehren und das alltägliche Überflussdenken relativieren.

Finde alles auf
einen Blick!

Zum Linktree

Bonusmaterial zu dieser Episode

Transkript der Episode:

Download PDF

Checkliste: "Die 10 wichtigsten Schritte für ein nachhaltiges Büro"

Links zu Ressourcen:

Green Office Certification

Guide: Nachhaltigkeit im Homeoffice

Mehr über unseren Gast

Dr. Peter Kaup

Arzt. ISAR-Direktor. Palliativmediziner. MSV-Mannschaftsarzt.

Dr. Peter Kaup ist Facharzt für Allgemeinmedizin und Anästhesiologie. Als Gründungsmitglied und ärztlicher Direktor von ISAR Germany koordiniert und begleitet er seit über zwei Jahrzehnten weltweite Rettungs- und Sucheinsätze nach verheerenden Naturkatastrophen. Mit umfassenden Zusatzqualifikationen in der Notfall-, Palliativ- und Schmerzmedizin verbindet er die Akutversorgung im Feld mit der sensiblen Begleitung schwerstkranker Menschen.
In Oberhausen baute er als Mitbegründer ein starkes Netzwerk für die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung auf. Neben seiner praktischen Arbeit engagiert er sich berufspolitisch in der Ärztekammer Nordrhein. Im Ausschuss für Ärztegesundheit setzt er sich aktiv für eine offene Fehlerkultur und die psychosoziale Unterstützung von medizinischem Personal ein, das von kritischen Behandlungsereignissen betroffen ist.

Privat lebt Peter seine vielseitigen Leidenschaften im Ruhrgebiet aus. Als treuer Fan und einer von vier Mannschaftsärzten unterstützt er ehrenamtlich den MSV Duisburg. Zusammen mit seiner Frau betreibt er zudem eine Schafzucht für die seltene Rasse „Old English Baby Doll“ und findet seinen Ausgleich beim Schrauben an klassischen Fahrzeugen sowie beim Humor auf der Comedy-Bühne.

In dieser Episode erfährst du:

  • Wie die hochprofessionelle Logistik und das autarke Überleben eines Rettungsteams in weltweiten Katastrophengebieten funktionieren.
  • Warum die Palliativmedizin kein Tabuthema sein sollte, sondern ein essenzieller Teil eines würdevollen Lebenskreises ist.
  • Was das „Second Victim“-Phänomen für Ärzte bedeutet und warum der härteste Kritiker oft im eigenen Spiegel wartet.
  • Und warum respektvoller Humor selbst in den dunkelsten Momenten des Lebens kein Widerspruch, sondern ein überlebenswichtiges Ventil ist.

WEITERE

FOLGEN